Bonjour Paris – mit Kleinkind die Stadt der Liebe erkunden

Viele meinen fünf Tage Sightseeing in einer Großstadt mit Kleinkind funktionieren nicht – wir sagen „auf jeden Fall geht das!“ Für unseren knapp 2-jährigen Sohn ist das schon die 4. Großstadt, die wir gemeinsam erkunden. Mit Austrian Airlines gings ratzfatz in 1 h 35 min im Topspeed von Wien Schwechat nach Paris Charles de Gaulle. Sieben Stunden haben wir von unserer Haustür zum Hotel gebraucht. Angekommen in Paris fuhren wir mit dem RER B Zug vom Flughafen in die City. Unser Hotel (Hotel Elixir) befindet sich gleich in der Nähe vom Louvre und somit sehr zentral. An der RER B Station „Chatelet – Les Halles“ stiegen wir aus.

Tipp: Wir buchen mit Kleinkind immer ein Hotel ganz nahe der Sehenswürdigkeiten, damit wir im Falle des Falles schnell wieder zurück sind. Auch ein Kind, das keine Lust auf Sightseeing hat, kann man mit kurzen Wegen – vor allem, wenn sie durch einen grünen Park führen – mehr begeistern, als wenn erstmal ein zB. 30-minütiger Weg in die Stadt zurückgelegt werden muss.

Da wir unsere Flüge – seit wir Eltern sind – gerne tagsüber machen, steht am ersten Urlaubstag nicht viel am Programm. Erstmal in Ruhe ankommen, Hotel beziehen und dann eine Runde Spazieren gehen. Für den ersten Abend buchen wir gern im Voraus einen Tisch in einem guten Restaurant. Als Paar ohne Kind sind wir immer spontan irgendwo essen gegangen. Aber mit Kind planen wir anders. Der Anreisetag ist immer anstrengend und deshalb soll dann der erste Urlaubs-Abend ganz problemlos und ohne Restaurantsuche erfolgen.

Restaurant 1. Abend: Meating Corner – lecker Burger mit Gelegenheit zum draußen sitzen inmitten einer lauschigen Fußgängergasse.

Tag 2 unseres Urlaubs haben wir uns für den Eiffelturm und die Gegend rund herum reserviert. Tickets für den Eiffelturm haben wir vorab online (GetyourGuide) gekauft. Dabei wurde uns der Eintritt ohne Anstellen versprochen. Und siehe da – so war es auch. Lediglich beim Security Check haben wir ein paar Minuten gewartet und dann ging es mit dem Aufzug zur 2. Ebene (115 Meter hoch). Man kann den Eiffelturm auch zu Fuß erkunden (ca. 700 Stufen bis zur 2. Ebene). Es gibt auch eine 3. Ebene (276 Meter hoch) die man mit einem weiteren Lift erreicht.

Da wir mit Buggy und Kleinkind unterwegs waren, haben wir uns hinauf natürlich für den Lift entschieden (im Lift muss man den Buggy zusammen klappen). Oben gabs dann eine tolle Fernsicht und eine englische Führung. Danach ging es für mich und unseren Sohn mit dem Lift wieder runter. Mein Mann ging zu Fuß. Da aber überall hohe Gitter sind, war die Aussicht begrenzt – es geht nach unten als wäre man in einem Käfig.

Tipp: Mit Kleinkind halten wir das Sightseeing-Programm immer kurz: 2-3 Sehenswürdigkeiten pro Tag anschauen und dazwischen immer wieder eine Pause, wo unser Sohn herumlaufen kann. Dazu suchen wir uns gerne Parks – bestenfalls mit Spielplatz.

Nach unserem Eiffelturm-Besuch flanierten wir zur Champs-Élysées und zum Arc de Triomphe, wobei uns der Boulevard Haussmann wesentlich besser gefällt – viel weniger Autos, nicht so laut und trotzdem tolle Geschäfte, wie zB. die Galerie Lafayette. Da das Wetter es an diesem Tag nicht so gut mit uns meinte, haben wir unser „Schlecht-Wetter-Programm“ umgesetzt: wir besuchten die Pariser Passagen, welche als Geheimtipp gelten. Dabei handelt es sich um über 20 überdachte Passagen die neben einer Vielzahl an kleinen Shops auch ein Theater und tolle Restaurants beherbergen. Vor allem die Passage de Princes hat unserem Sohn sehr gut gefallen, da sich hier ausschließlich Spielzeuggeschäfte befinden. Mein Favorit ist die Passage de Panoramas. Hier präsentiert jedes Schaufenster mit Ihrer Dekoration historische Teile von Paris und die kleinen Cafes laden einmal mehr zum Verweilen ein.

Restaurant 2 Abend: Au Trappiste – kleines, aber feines Restaurant mit super freundlichem Personal. Der französische Apfelkuchen „Tarte Tatin“ war der Hammer.

Tag 3 war unser Museumstag. Ja auch ein Museumsbesuch geht mit Kind – wir waren sogar in 2 Museen. Gleich um 9 Uhr waren wir bei den ersten Besuchern des Louvre dabei. Der Weg zur Mona Lisa ist gut beschriftet (Raum „La Joconde“)- man findet gleich hin. Und da war sie. Bei uns befanden sich nur wenige Leute in diesem riesigen Raum. Der Security Mann hat mich mit dem Buggy nach rechts, vorbei an allen Leuten, geschickt. Und da stand ich mit Buggy und Louis ganz vorne (Kinderwagen- und Rollstuhlfahrer dürfen ganz nach vorne). So erlebten wir die Mona Lisa aus der ersten Reihe – fast magisch, da es im Raum noch ganz ruhig war. Ca. 30 Minuten später ging ich mit Louis nochmals durch – da waren gefühlt 100 Leute im Raum und es war dermaßen laut – da war die Magie weg. Daher unbedingt gleich in der Früh hin und als erstes die Mona Lisa besuchen, danach das restliche Museum erkunden.

Tipp: die Tickets für den Louvre haben wir vorab online gebucht und zwar mit Einlass um 9 Uhr – wenn das Museum aufsperrt und die wenigsten Leute drin sind.

Danach flanierten wir durch den Jardin des Tuileries weiter zum Musée de l´Orangerie zur Seerosenaustellung von Claude Monet. Was soll ich sagen – ich als Kunstfan war begeistert! Es gibt 2 ovale Räume in denen die großen Kunstwerke von Monets Gärten in Giverny zu bestaunen sind. Den restlichen, sonnigen Tag verbrachten wir mit unserem Sohn im wundervollen Jardin de Luxembourg (Schlosspark im Quartier Latin).

Restaurant 3 Abend: Nelson´s – ein Restaurant mit ganz besonderem Boho-Flair und schönem Gastgarten. Der Burrata als Vorspeise war ein absoluter Traum – selten so gut wie hier gegessen, allerdings relativ teuer!

Tag 4: Wir lieben es seine Stadt von mehreren Perspektiven aus zu sehen, daher entschieden wir uns spontan für den Aufstieg zur Basilika Sacré Coeur. Mit Aufstieg meine ich, dass wir mit der Metro bis Chateau Rouge fuhren und danach mit zusammengeklappten Buggy und Kind auf den Schultern die Stufen hinauf wanderten. (Es gibt auch einen Aufzug, der aber kostenpflichtig ist.) Der Aufstieg hat sich gelohnt, die Basilika ist schön, jedoch war das Wetter an diesem Tag regnerisch. Daher gingen wir relativ rasch wieder runter und weiter ins Künstlerviertel Montmatre. Das ist wirklich sehenswert- zahlreiche Maler und Porträtisten, die direkt vor Ort malen und ihre Werke verkaufen sowie viele nette, kleine Straßencafés am Place du Tertre. Danach spazierten wir den ganzen Weg runter entlang dem Dali-Museum und Moulin Rouge bis zum Hard Rock Cafe, wo wir dann Mittagessen waren. Wetterbedingt verbrachten wir den Nachmittag mit Shoppen in der Galerie Lafayette. Vor allem der Disney Store im 4. Stock hat unserem Sohn besonders gut gefallen. Unseren letzten Abend in Paris verbrachten wir pünktlich zum Sonnenuntergang auf der Aussichtsplattform des Tour Montparnasse. Vom 56. bzw. 59. Stock (Dachterrasse) aus kann man Paris in seiner vollen Ausdehnung genießen. Für uns war es sehr spektakulär der Stadt der Lichter beim nächtlichen Erwachen zuzusehen. Auf der Dachterrasse konnte unser Sohn frei laufen und mit anderen Kindern spielen, das hat ihm wirklich gut gefallen.

Am Tag 5 ging es für uns mittags wieder nach Hause. Paris hat uns wirklich gut gefallen. Die Stadt pulsiert, hat zahlreiche historische Must-see Sehenswürdigkeiten und bietet dennoch wunderschöne Gärten zum Erholen. Was uns aber besonders aufgefallen ist: Paris ist eine sehr laute Stadt mit viel Verkehr und Trubel. Doch unser Sohn war begeistert, da er in kürzester Zeit sehr viele Feuerwehren und Polizeiautos sah!

Nachsatz: Natürlich bietet Paris für Kinder noch viel mehr Sehenswürdigkeiten, wie zB. Disneyland, Kinotour im Les Etoiles du Rex, Spielhallen oder der Zoo de Vincennes. Unser Sohn ist derzeit leider für viele Dinge noch etwas zu klein. Also Paris – wir kommen wieder!

Das haben wir uns angeschaut:

  • Louvre
  • Notre Dame
  • Eiffelturm
  • Pont Neuf und Seine
  • Invalidendom von außen
  • Arc de Triomphe
  • Champs Élysées
  • Boulevard Haussmann mit Galerie Lafayette
  • Musée de l´Orangerie
  • Passagen von Paris
  • Künstlerviertel Montmatre mit Basilika Sacré Coeur, Place du Tertre und Moulin Rouge
  • Pariser Oper Garnier
  • Jardin du Luxembourg und Jardin des Tuileries
  • Quartier Latin mit Panthéon und Universität Sorbonne
  • Saint-Germain
  • Tour Montparnasse zum Sonnenuntergang

Top Spots für unseren Sohn:

  • Wasserspiel rund um die Pyramide des Louvre
  • Spaziergang entlang der Seine und Boote/Enten beobachten
  • Tauben füttern beim Eiffelturm
  • Passage de Princes mit zahlreichen Spielzeugläden
  • Disney Shop in der Galerie Lafayette
  • Fische beobachten im Jardin Luxembourg
  • Flanieren durch Saint-Germain

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